Ein alter Baum speichert mehr CO₂ als tausend Junge
Christoph Krahbichler
European Tree Worker
Aufforstung ist wichtig – aber alte Bäume sind für das Klima noch wertvoller als viele junge zusammen.
Studien der US National Forest Service und der Universität Melbourne zeigen, dass alte Bäume im Verhältnis nicht langsamer, sondern sogar effektiver CO₂ binden.
Ein einziger 100-jähriger Baum kann jährlich 150–200 kg CO₂ speichern, während junge Bäume nur rund 5–10 kg aufnehmen. Außerdem speichern alte Bäume CO₂ dauerhaft im Stammholz – und leisten durch ihr Kronenvolumen wichtige Funktionen für Mikroklima, Luftfeuchtigkeit und Biodiversität.
Baumfällung sollte stets der letzte Schritt sein. Der Erhalt alter Bäume ist aktiver Klimaschutz.
📚 Quelle: Stephenson et al. (2014), Nature; Keeton et al. (2011), Forest Ecology and Management
Bäume kommunizieren miteinander – über ein "Wood Wide Web"

Es klingt wie Science-Fiction, doch es ist Realität: Bäume stehen miteinander in Verbindung und tauschen Informationen aus. Über ein unterirdisches Netzwerk aus Pilzgeflechten, sogenannte Mykorrhiza, sind Bäume in der Lage, Wasser, Nährstoffe und sogar Warnsignale vor Schädlingen auszutauschen.
Wissenschaftler wie Dr. Suzanne Simard von der University of British Columbia entdeckten, dass alte Bäume („Mutterbäume“) gezielt ihre Nachkommen unterstützen – etwa durch erhöhte Zuckergaben über die Wurzelsymbiosen.
Dieses ökologische Netzwerk wird auch als „Wood Wide Web“ bezeichnet. Pilze profitieren ebenso: Sie erhalten im Gegenzug Kohlenhydrate aus der Photosynthese.
Bäume leben nicht isoliert, sondern in einem intelligenten Verbundsystem – eine Erkenntnis, die zeigt, wie wichtig ganzheitliche Baumpflege ist.
📚 Quelle: Simard, S. et al. (2002), Nature; Journal of Ecology (2010)
Christoph Krahbichler
European Tree Worker